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o.T. (city IV) city fear / origami version, (mit Sibylle Berg) |
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unfortunally there's no english information right now
Die Skulptur ist eine Metapher für Stadt. Sie besteht aus einem Modulsystem (4 verschiedene Module), das zusammen gesteckt wird und sich somit unendlich in den Raum hinein entwickelt. Die Skulptur ist an sich freistehend und nur an zwei speziell markierten Stellen in der Wand verankert, um den Übergang in die "reale" Architektur deutlich werden zu lassen.
Auf die Platten sind Texte aus "Sex2" von Sibylle Berg mit Siebdruck gedruckt. Der Besucher bewegt sich somit lesend durch die Skulptur wie die Hauptakteurin im Text durch die Stadt.
Auszug aus "Sex2" von Sibylle Berg:
11.14 Uhr.
(Rüdiger, 40. Elektriker, sammelt Comics (Werner, Batmann). Eltern tot, auch besser so. Onaniert gerne (ich onanier gern!)
Rüdiger sitzt in der Schaltzentrale. Sieht aus dem Fenster auf den Block. Seinen Block. Vier Neubauten um einen Hof gebaut, in dem Hof ein Sandkasten voller Spritzen und Scheiße. Die Fenster in den Neubauten erleuchtet. Dunkler Tag heute. Mit seinem Fernrohr kann Rüdiger bequem alle Wohnungen einsehen, nach Bedarf Ton zuschalten. In allen Wohnungen hat er Abhöranlagen installiert. Gar nicht aus Neugier, sondern weil es als Hausmeister sein Job ist zu wissen, was abgeht. Er schaltet zu den Hippies. Zwei Langhaarige. Wer Mann oder Frau ist unklar. RAF ist klar. Die beiden sitzen auf dem Bett.
Bist du gekommen?
Nein.
Du musst loslassen.
Fick dich.
Klar, denkt Rüdiger, die reden in Codes. RAF-Schweine. Rüdiger schaltet um, eine Wohnung höher. Ein Säuferpaar verdrischt sich gegenseitig, in der Wohnung darüber ein Vater im Kinderzimmer bei seinem Sohn. Aua ...
Rüdiger ist gerne informiert. Die Leben der Menschen in seinem Block sind spannender als Talk-Shows. Es sind erbärmliche Leben, die machen, dass Rüdiger sich überlegen fühlt. Er hat sie in der Hand, alle, hat die Schlüsselgewalt. Jeden Tag läuft er mit einem großen Schlüsselbund an der Hose durch den Block, hebt Papier auf, sammelt die Spritzen aus dem Sandkasten, kontrolliert die Post in den Briefkästen, entnimmt mitunter eine Sendung, die ihm interessant genug scheint. Ist der Boss, der Rüdiger, trinkt ein Bier, hört sich noch ein bisschen um, ist aber fad heute, die normale Ehescheiße, die Alleinlebenden vor dem Fernseher, manche onanieren. Langweilig. Onanieren. Rüdiger onaniert auch. Wenn er den Kindern zusieht, beim Spielen, die Paare belauscht, beim Sex. Wird er nicht mehr nötig haben. Denn gleich kommt seine neue Frau. Von den Schlitzaugen erzählt man sich ja Wunderdinge. Kommt gleich. Die teuerste Anschaffung seines Lebens. Noch eine Runde über den Hof. Im Sandkasten liegt eine, in seinem Sandkasten hat keiner zu liegen. Liegt ein Mädchen drin. Schläft wie bewusstlos. Selbst schuld. Rüdiger kniet sich vor das Mädchen, öffnet den Reißverschluss.
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